#18 - Langweilig war gestern: Mehr Präsenz, mehr Ausdruck, mehr DU
Shownotes
Viele Menschen sind fachlich brillant – und wirken trotzdem ausdruckslos, monoton oder „flach“, wenn sie sprechen. In dieser Folge des Voice of Excellence Podcasts geht es genau um dieses Phänomen.
Gemeinsam mit Stimme-, Performance- und Präsenzexpertin Wiebke Huhs spricht Carolin Staab darüber, warum Ausdruckslosigkeit beim Sprechen fast nie ein Talentproblem ist, sondern meist aus Angst, Unsicherheit oder innerer Distanz entsteht.
Wiebke erklärt, warum Neutralität häufig als Schutzmechanismus genutzt wird, weshalb Inhalte ohne persönliche Verbindung ihr Publikum verlieren und wie du lernst, Emotion zu zeigen, ohne dich zu verlieren oder „zu viel“ zu werden.
In dieser Episode bekommst du sofort umsetzbare Techniken für mehr Lebendigkeit, Präsenz und emotionale Wirkung – egal ob auf der Bühne, im Meeting, im Podcast oder vor der Kamera.
Timestamps
00:07 – Einführung & Vorstellung von Wiebke Huhs 01:40 – Warum viele Experten ausdruckslos sprechen 03:10 – Angst vor Bewertung als Hauptursache für Monotonie 04:25 – Schnelle Soforthilfen: Tempo, Lautstärke, Pausen 06:50 – Warum Zahlen, Fakten und Diagramme allein nicht wirken 09:10 – Die Verbindung zu dir selbst als Schlüssel für Ausdruck 11:30 – Wie echte Emotion entsteht, ohne die Kontrolle zu verlieren 13:40 – Das Bild vom „Dampfkochtopf“: Emotion steuern statt unterdrücken 16:15 – Praktische Übungen für mehr Ausdruck und Spielfreude 18:10 – Sprache als Spiel: Warum Emotionalität Übung braucht 20:40 – Warum viele Erwachsene das Spielen verlernt haben 23:00 – Mut zur Persönlichkeit statt perfekter Neutralität 25:10 – Wie du mit Wiebke arbeiten kannst
Shownotes
Ausdrucksloses Sprechen entsteht selten, weil jemand „langweilig“ ist. Viel häufiger liegt die Ursache in innerer Anspannung, Angst vor Ablehnung oder dem Wunsch, möglichst korrekt und unauffällig zu bleiben. Doch genau diese Neutralität führt dazu, dass Persönlichkeit verschwindet – und damit auch die Aufmerksamkeit des Publikums.
In dieser Folge erklärt Wiebke Huhs, warum echte Wirkung nur dann entsteht, wenn Inhalt und Persönlichkeit miteinander verbunden sind. Sie zeigt, wie du Emotionen zulassen kannst, ohne dich darin zu verlieren, und warum Pausen, Variation und innere Präsenz oft stärker wirken als perfekte Formulierungen.
Ein zentrales Bild der Folge ist der „Dampfkochtopf“: Emotionen dürfen da sein, bleiben im Körper verankert und färben die Stimme – ohne die Kontrolle zu übernehmen. Ergänzt wird das durch konkrete Übungen, spielerische Ansätze und sofort anwendbare Techniken, die helfen, wieder lebendiger, mutiger und authentischer zu sprechen.
Diese Episode richtet sich an alle, die gehört werden wollen – ohne sich zu verbiegen.
Links
✅ Website von Wiebke Huhs: https://www.wiebke-huhs.de ✅ Instagram Wiebke Huhs: https://www.instagram.com/wiebkehuhs
Transkript anzeigen
00:00:05: Voice of Excellence.
00:00:08: Hallo und herzlich willkommen zum Voice of Excellence Podcast.
00:00:12: Der
00:00:12: Podcast für dein einzigartiges Sprechen und Auftreten.
00:00:16: Mein Name ist Karo, ich bin wie immer dein Host und ich freue mich riesig, weil wir haben wieder unsere Expertin Wiebke Huss im Podcast.
00:00:23: Sie ist Kino-Speakerin, Stimm- und Performance Coach.
00:00:26: Sie ist Journalistin und als ob das nicht schon genug wäre, ist sie auch noch Opern- und Konzertsängerin.
00:00:32: Herzlich willkommen, Wiebke!
00:00:35: Hallöchen ihr Lieben.
00:00:36: Schön, dass ihr wieder zuhört und schön, liebe Caro, dass du mir wieder Löcher in den Bauch fragst.
00:00:41: Ja, hundertprozentig.
00:00:42: Und ich habe ein ganz, ganz tolles Thema mal wieder für dich heute mitgebracht.
00:00:46: Und zwar geht es darum,
00:00:48: ich
00:00:49: spreche zu Ausdruckslos.
00:00:51: Wie kann ich das ändern?
00:00:54: Ja, ja, das ist ein tolles Thema.
00:00:57: Weil das kenne ich so oft, vor allem bei Experten oder Leuten, die wirklich, wirklich Ahnung von ihrem Thema haben.
00:01:05: Da passiert es ganz, ganz oft, dass das so lahmarschig rüber kommt und man denkt so, hey, sag mal, es gibt es doch gar nicht.
00:01:12: Du weißt so viel.
00:01:14: Bring es doch auf den Punkt.
00:01:16: Mach es doch spannend.
00:01:18: Da gucken wir jetzt mal genau drauf, warum das denn so ist.
00:01:21: Das ist nämlich, wo kommt es eigentlich her, dass man so ausdruckslos spricht?
00:01:25: Hast du eine Ahnung, Caro?
00:01:27: Ich hab keine Ahnung, aber ich weiß immer, wenn ich solche Leute treffe, dann will ich die immer so nehmen und einmal schütteln.
00:01:34: Weil ich so denk, genau wie du es gerade gesagt hast, komm auf den Punkt!
00:01:38: Ja, genau, mach's spannend.
00:01:40: Aus meiner Erfahrung ist es wirklich so, woher kommt diese Ausdruckslosigkeit?
00:01:45: Also ich sag mal, kein Mensch ist ausdruckslos.
00:01:48: Selbst der fadeste Mensch wird irgendwo einen Punkt haben, wo er emotional wird, wo er sagt, hey, find ich jetzt cool, wo er begeistert redet.
00:01:57: Also sprich, jeder hat's irgendwie.
00:01:59: Also es gibt keinen, der, glaube ich, wirklich sagt, ich bin so kotzenlangweilig und fahrt und das ist halt so.
00:02:06: Das heißt, was ist es dann häufig?
00:02:09: Der Grund, den ich am meisten sehe, ist Angst.
00:02:12: Und zwar Angst, was Falsches zu sagen.
00:02:16: Angst, irgendwie sich aus dem Fenster zu lehnen und dann sagen die dann... Spinnst du?
00:02:21: Was hast du denn da gesagt
00:02:23: gerade?
00:02:24: Also auch immer diese vielleicht nicht unbedingt eine Versagensangst, aber so diese Angst abgelehnt zu werden, Angst sich in die Nesseln zu setzen, Angst irgendwie vielleicht auch drüber zu sein oder auch doof rüber zu kommen.
00:02:40: Manche sind ja auch sehr besorgt, dass sie sagen, da mache ich mich doch zum Affen und bevor ich mich zum Affen mache, mache ich doch lieber also hier so neutral und ballflach.
00:02:50: Das Dove ist aber, wenn neutral und ballflach dann in so ein passives, langweiliges, ich bin eigentlich nicht mehr selber als Persönlichkeit existent, rutscht.
00:03:02: Dann ist es immer furchtbar.
00:03:04: Und vor allem, dann schlafen einem die Leute wirklich weg, dann sind sie wirklich, weil eigentlich der Mensch verschwindet.
00:03:12: In dem Moment, wo der Mensch verschwindet, die Persönlichkeit verschwindet, wird es für uns langweilig zum Zuhören.
00:03:19: Deswegen jetzt auch mal Mut wirklich an euch da draußen, der mit langweilig sein und ausdruckslos kämpft.
00:03:27: Mut zur Lücke.
00:03:29: Mut zum ihr sein.
00:03:32: Und jetzt gebe ich euch zweier Leit-Tipps.
00:03:35: Die einen Tipps, die ich euch gebe, das ist sowas, was man schnell machen kann, wo man auch mal dünnchen kann.
00:03:41: Also ich sage mal, wo man sagt, okay, komme ich dünnchen mal kurz ein bisschen drüber, aber das Problem ist nicht gelöst.
00:03:48: Und der zweite Form von Tipps, die ich euch geben möchte, sind die Tipps, die wirklich das Problem in der Tiefe angehen und euch ein Weg daraus zeigen, wie es wirklich klappt.
00:04:01: Also, mach mal erst das einfache, okay?
00:04:03: Die Tünche.
00:04:05: Was kann man machen, wenn ihr merkt, euer Publikum schläft ein, ihr schläft vielleicht selber im Kopf schon ein, weil es so langweilig ist und fangt an, was zu vergessen.
00:04:14: Das ist nämlich auch ganz oft.
00:04:15: Wenn es so langweilig ist, dann vergesst ihr auf einmal, was ihr euch erzählen wolltet, weil es euch gar nicht kickt.
00:04:20: Was könnt ihr machen?
00:04:21: Das schnellste und einfachste ist, ändert eure Gesprächsweise.
00:04:26: Also sprich, macht mal laut, leise, schneller, langsam.
00:04:32: Pausen.
00:04:33: Oder einfach eine Dynamik oder einfach mal sagen, okay, jetzt bin ich mal ein bisschen, okay, jetzt machen wir mal ein bisschen Tempo und mal ein bisschen Hine.
00:04:40: Und jetzt ein bisschen zügiger.
00:04:42: Also sprich, dass ihr einerseits selber auffacht und euer Publikum auffacht.
00:04:48: Das ist schon mal so das erste, was man machen kann.
00:04:50: Also sprich... Fahrt mit dem Auto nicht Standepäte-Sächsig durch den Ort und durch alles, sondern mal-Achzig, mal-Fümmen-Siebzig, mal-Fünftig und dann mal-Fürzig.
00:05:00: Also sozusagen ändert ein bisschen, weil dann wird es auch schon lebendiger.
00:05:04: Wenn ihr könnt, baut Stories ein.
00:05:08: Also sprich immer, Bord, schlafen euch die Leute weg.
00:05:11: Erzählt eine nette Geschichte.
00:05:13: Erzählt irgendwas aus eurem Alltag, was dazu passt.
00:05:17: Klar, wenn ihr sagt, Storytelling ist überhaupt nicht meins, dann würde ich es lassen, weil dann werdet ihr euch wahrscheinlich in die Nesseln setzen.
00:05:24: Aber wenn ihr sagt, ich habe eigentlich so im Grunde ein, zwei gute Geschichten, die ich immer wieder anbringen kann, habt ihr im Petto dabei.
00:05:33: Und wenn ihr merkt, es wird's fahrt, dann bringt ihr diese Geschichten mit rein.
00:05:38: Oder fangt an, besser zu beschreiben.
00:05:41: Das Schönste und Tollste immer, weil eine lange Weile ist so diese klassische Aktionärs-Hauptversammlung.
00:05:48: Ja, und heute haben wir dann im Jahr zwanzig, vierundzwanzig haben wir folgenden Umsatz, folgenden Gewinn und folgen und du denkst schon so schnarch.
00:05:57: dann baut Beschreibungen ein.
00:05:59: oder auch wenn es so einen Zahlengewusel ist.
00:06:02: Das ist häufig bei diesen technischen Ingenieuren, die dann ganz viel Zahlenkram haben und die auch sagen, ja, ich habe hier einen Grafik und da einen Diagramm und da noch das.
00:06:11: Leute ehrlich, die Leute werden es nicht verstehen.
00:06:14: Das heißt, nehmt raus, was wirklich eine explizite, interessante Zahl ist.
00:06:19: Also, wenn ich da zwanzig Zahlen stehen habe, das wird nichts, ja, sondern... Dann nehmt draußen, guckt mal, die Zahl ist wichtig, weil die zeigt an die und die Entwicklung.
00:06:29: Oder hier war's super und jetzt merkt ihr, hier fällt das Ganze ab.
00:06:35: Blöde Entwicklung, was machen wir dagegen?
00:06:38: Also beschreibt es dann.
00:06:40: Nehmt euch ein, zwei Beispiele raus und ihr müsst nie alle Beispiele bringen.
00:06:46: Einfach nehmt was raus, sagt okay, das und das und das.
00:06:49: bietet sich an und die erklärt ihr.
00:06:52: Und die erklärt ihr gut und dann könnt ihr über anderes weggehen.
00:06:55: Ja, ich weiß.
00:06:56: Viele sagen, ah, ich kann es doch nicht weglassen.
00:06:59: Ah, doch, könnt ihr.
00:07:02: Man kann sich eh nicht alles merken.
00:07:04: Ja, und man kann sich nur die wichtigsten Zahlen merken.
00:07:08: Und wenn ihr so jemand seid, der sich gerne hinter Zahlen, Diagrammen und sonstigen Sachen versteckt, das ist auch so ein Zeichen von Ich trau mich nicht.
00:07:20: Das nicht erzahlen, das sind Fakten, das kann ich mich festhalten.
00:07:23: Leute, ehrlich, ehrlich, ehrlich.
00:07:26: Wenn ich euch zuhöre, kann ich vielleicht drei wichtige Fakten mir merken.
00:07:31: Wenn es gut macht, sogar fünf.
00:07:33: Aber dann ist echt Schicht im Schacht.
00:07:35: Das heißt auch da bitte Mut zu der Lücke und sagen, okay, ich werde nicht alles in meinem Vortrag erzählen können.
00:07:44: Dann kann man sagen, okay, pass mal auf, schaut mal auf die Ecke, das ist spannend, weil da gibt es die und die und die Zahlen und das ist nochmal eine wichtige Zahl, zum Beispiel.
00:07:53: Also auch das wirklich traut euch.
00:07:56: Und wenn ihr ein bisschen Humor habt, sei es ein trockener, ein bisschen sarkastisch oder was auch immer, ihr dürft auch gerne, wenn ihr merkt, jetzt schlafen euch die Leute ein, prickt meinen Klubber.
00:08:09: Erlaubt mal, dass da mal was kommt, wo die Leute sagen, was ist jetzt los?
00:08:13: Oder auch mal lachen und sagen, eigentlich habe ich bei dem bisher nie gelacht.
00:08:18: Egal, wenn ihr das könnt, baut es ein.
00:08:21: Das sind so die kleinen, die vier kleinen Schnellen.
00:08:25: Das kann man immer machen.
00:08:27: Und jetzt gehen wir in die Tiefe, oder Karo?
00:08:30: Ja, bitte.
00:08:33: Also, wie kriegt ihr diese Ausdruckslosigkeit, die häufig mit diesem, ich habe Angst, Gefühle zu zeigen, ich habe Angst, mich zu zeigen, ich habe Angst, irgendwo in den Fetten abzutreten?
00:08:47: Wie kriege ich die los?
00:08:49: Das Wichtigste ist, verbindet euch mit euch selbst.
00:08:54: Denn diese Ausdruckslosigkeit kommt eigentlich daher, weil wir uns so ein bisschen als Person abschneiden.
00:09:00: Wir haben ein Inhalt, Den transportieren wir, aber wir schneiden uns als Mensch weg.
00:09:06: Und das Doge ist, dann wird der Vortrag langweilig.
00:09:09: Weil ein Vortrag lebt davon, dass die Person, die ihn transportiert, es irgendwie in ihrer Art macht.
00:09:17: Das kann provokant sein, das kann ruhig sein, das kann sachlich sein, das ist ganz egal.
00:09:23: Aber es muss was von euch dabei sein.
00:09:26: Weil wenn ihr euch abschneidet, dann kommt diese Ausdruckslosigkeit.
00:09:31: Und ja, selbst wenn man sagt, aber ich kann mit meinen Emotionen nicht so umgehen.
00:09:35: Und wenn ich dann emotional bin, dann bin ich gleich zu emotional.
00:09:39: Wie kriegt ihr das in den Griff?
00:09:41: Ja, es muss man ein bisschen trainieren.
00:09:44: Wichtig ist, erdet euch.
00:09:46: Also es heißt, guckt, dass ihr gut und stabil steht.
00:09:50: Das ist euer Verbündeter.
00:09:52: Atmet tief.
00:09:54: Und wenn ihr merkt, reicht mir nicht.
00:09:59: Dann gebe ich euch eine kleine Übung mit.
00:10:02: Legt die Hand aufs Herz und spürt ihn die Wärme rein.
00:10:07: Das ist die schnellste Art, wie ihr euch mit euch selber verbinden könnt.
00:10:11: Und natürlich dann rastet Kopf und sagt, da ist kein Zähnchen, ne, das hast du nicht super
00:10:15: vorbereitet.
00:10:18: Und dann, wenn ihr sagt, ich habe ihn aber irgendwie vorbereitet, selbst wenn das jetzt nicht die Supertopf, eine Hundertfünfzig Prozent Vorbereitung war, sondern nur eine Fünfundachtzig.
00:10:27: Ja.
00:10:29: In die Wärme reinspüren und sagen, das, was ich bin, das
00:10:33: reicht.
00:10:34: Und dann wirklich überlegen, bevor ihr startet, was will ich wirklich damit sagen?
00:10:41: Was will ich wirklich transportieren?
00:10:43: Wenn ihr sagt, ich habe euch gar keinen Bock, irgendwas zu transportieren, würde ich euch fast empfehlen, haltet die Klappe.
00:10:49: Ja, nee, es ist wirklich so.
00:10:51: Also wir machen manchmal was, wo ich denke, es interessiert mich ein Scheißdreck und dann muss ich es präsentieren.
00:10:57: Ja, das passiert auch.
00:10:59: Aber dann macht damit euren Frieden und transportiert irgendetwas.
00:11:04: Und wenn er transportiert, Leute, ehrlich, diese Studie ist da die größte Krütze der Welt.
00:11:09: Dann müsste das vielleicht etwas verbal nicht einpacken, wenn da der Chef sitzt und sagt, aber ich habe die Krütze finanziert und ich wollte, dass die Krütze toll ist, dann... Ja, verkauft ist etwas gnädiger, aber wirklich egal, was ihr kriegt.
00:11:24: Und wenn es was ist, wo ihr sagt, das ist eine Kröte, da habe ich keinen Bock drauf.
00:11:28: Aber findet eine Verbindung dazu.
00:11:30: Etwas, was euch eine Motivation gibt, es zu erzählen.
00:11:35: Weil wenn ihr keine Motivation habt, es zu erzählen, wird es auch kurz langweilig.
00:11:39: Wenn ihr mir nichts mitgeben wollt, weil er sagt, boah, das ist eigentlich ein Scheißdreck.
00:11:43: Ja.
00:11:43: Entschuldigung, manchmal schimpfen mich die Leute und sagen, Liebke, du bist so drastisch.
00:11:48: Entschuldigt, das rutscht mir dann so raus.
00:11:50: Aber wenn ihr merkt, das ist eigentlich nicht wirklich weiterführend oder so, findet trotzdem das Nugget oder den kleinen Punkt, der wirklich eure Sache wert ist.
00:12:02: Und das ihr sagt, okay, ich habe mich damit beschäftigt.
00:12:04: Wir haben uns das angeschaut.
00:12:05: Wir haben gefragt, ist das und das und das und das tatsächlich der Fall?
00:12:10: Rausgekommen ist nicht wirklich.
00:12:12: Wenn, dann müssen wir das nochmal in die Form testen oder in der Form testen.
00:12:17: Oder wir könnten an dem Punkt weitermachen.
00:12:19: Na dann macht es so.
00:12:21: Aber guck, dass irgendwo wirklich eine Verbindung zu euch da ist.
00:12:25: Dass das nicht nur ein, ich referiere irgendein Käse und ich habe eigentlich dazu keine Empfindung, weil dann wird es langweilig.
00:12:32: Und dann versteckt ihr euch auch gerne hinter Fakten, weil ihr sagt, eigentlich interessiert
00:12:38: es mich gar nicht.
00:12:39: Es ist
00:12:39: kurz langweilig.
00:12:41: Also findet irgendetwas, weshalb ihr das referiert.
00:12:45: Und sei es, dass der Chefs gesagt hat, ist die blödsame Gründung, findet irgendetwas, was daran spannend ist.
00:12:53: Und ihr werdet merken, in dem Moment, wo ihr da wirklich eine Verbindung auch zu diesem Inhalt herstellt, wird es auf einmal auch schon ausdrucksvoller.
00:13:03: Und dann gibt es natürlich, und das ist sozusagen dann die.
00:13:07: Hohlkunst, das muss man auch ein bisschen üben, weil das bei den meisten nicht so natürlich ist.
00:13:13: Es gibt eine Art, wie ihr eure Emotionalität über die Stimme ausleiten könnt.
00:13:19: Das heißt jetzt färbt die Stimme und den Ausdruck, ohne euch aber zu belasten.
00:13:24: Also, ich versuche es schnell zu beschreiben.
00:13:27: Stellt euch vor, ihr habt im Bauch ein Dampfkochtopf.
00:13:31: Und in diesem Dampfkochtopf sind alle eure Gefühle drin.
00:13:35: Nicht umsonst sagt man, ich habe Wut im Bauch.
00:13:37: Also die Emotionalität sitzt tatsächlich auch im Bauch.
00:13:41: Da sitzen alle Gefühle.
00:13:42: So, und jetzt ist immer das Problem, wenn die Gefühle dann auf die Stimme durchschlagen und die Stimme dann anfängt zu bröseln oder zu kicksen, ist es doof.
00:13:50: Und jetzt ist es letztlich so, ihr seid der Herr dieses Kochtopfs.
00:13:55: Da sind die Gefühle drin und die brodeln und wie auch immer und ihr wollt was da rauslassen.
00:14:00: Und ihr entscheidet aber, wie dieser Deckel hochgeht.
00:14:03: Ob der... hochfliegt, so, hey!
00:14:06: Das wäre so, ja, da knallt es halt.
00:14:10: Oder ob er sagt, nee, ich halte die Emotionalität jetzt Deckel drauf, aber ich merke, boah, Dampfkochtopf kocht.
00:14:19: Und so kann man das dann wirklich steuern, das heißt, dass es im Bauch die Emotionalität bleibt dann im Bauch, aber die Farbe der Emotion, die geht über die Stimme raus und geht aber nicht in den Hals.
00:14:31: Und das ist das ganz Wichtige.
00:14:34: Und das muss man ein bisschen üben.
00:14:35: Ich sage immer, wenn ihr das üben wollt, das ist am leichtesten mit einer starken Emotion, sowas wie Wut oder Zorn oder sowas.
00:14:43: Und ihr haltet das und wirklich sagt, okay, ich spürt den Zorn im Bauch.
00:14:47: Und dann sagt ihr, du, jetzt hör mir mal zu.
00:14:51: Na, also da habt ihr jetzt, merkt ihr, da habt ihr den Deckel jetzt drauf.
00:14:53: Und sagt, hey, jetzt reicht's mir aber.
00:14:58: Und da lasst das raus.
00:15:00: Und dieses Bild vom Dampfkochtopf, finde ich, hilft sehr, weil das eben den Hals freilässt und du bist trotzdem her deiner Emotion und kannst sie aber steuern.
00:15:10: Das ist ja auch was, was beim Singen wichtig ist.
00:15:12: Wenn du beim Singen anfängst zu heulen, weil dich die Musik so tatscht, das ist fürs Publikum echt blöd, weil dann sitzen die da und sagen, ja eigentlich will ich jetzt heulen und da vorne steht jetzt der Sänger und heult.
00:15:25: Wie doof ist das denn?
00:15:27: Das ist genau das, was ein Sänger macht.
00:15:29: Das heißt, er transportiert die Farbe rüber und beim Gegenüber passiert dann was.
00:15:34: So soll es ja sein.
00:15:35: Das ist beim Sprechen aber genau dasselbe.
00:15:38: Ich finde, das ist eigentlich ein richtig schönes Bild mit dem Dampfkochtopf, wie du es gesagt hast, wirklich die Emotionen zu bündeln, aber dass der halsfrei bleibt.
00:15:45: Und wenn man sich das, glaube ich, dann auch bildlich vorstellt, ist es noch einfacher, es umzusetzen.
00:15:51: Genau.
00:15:52: Das ist bisher das beste Bild, was ich wirklich finden konnte.
00:15:57: weil man sonst so schwer beschreiben kann, wie du mit diesen Emotionen umgehen kannst.
00:16:01: Und ja, wenn du das das allererste mal macht, es wird nicht funktionieren.
00:16:06: Ist so.
00:16:07: Ja, ihr müsst damit ein bisschen spielen, ein bisschen ausprobieren.
00:16:10: Und deswegen habe ich euch jetzt auch, ich gebe euch ja im Schluss immer noch mal so ein paar kleine Tipps mit.
00:16:16: Karo fragt mich sonst immer, sagst du, Wiebke hast du noch was am Schluss?
00:16:20: Ja, ich habe noch drei Kleinigkeiten, die ihr machen könnt, um da hinzukommen.
00:16:24: Okay.
00:16:25: Nummer eins, das ist eine kleine, feine Übung, die ich immer wieder mache, wenn man Probleme hat, so diese Emotionalität zu zeigen.
00:16:34: Bei meistens halt man dann so dicht und sagt, na, ist alles meins und meine Gefühle und mein Ich und mein Überhaupt.
00:16:40: Und man lässt es ungern heraus.
00:16:43: So.
00:16:44: Und dann gibt es eine kleine Übung, die ist lustig, die macht irgendwann Spaß.
00:16:49: Und sie öffnet das Herz und eben auch diese Emotionalität.
00:16:53: Und zwar ganz simpel.
00:16:55: Ihr nehmt zwei Finger und tippt euch damit leicht aufs Brustbein.
00:17:00: So, das ist schon mal leicht.
00:17:01: Also nicht drauf prügeln, sondern einfach so tippen, antippen.
00:17:04: Und dann öffnet ihr die Arme wie zu einem großen, zu einer Umarmung.
00:17:09: Aufpassen bitte nicht kreuzigen, also nicht nach hinten, sondern wirklich habt das Gefühl, ihr umarmt jemanden.
00:17:17: Und dazu sagt ihr dann das kleine italienische Wort Piacere.
00:17:21: Das heißt einfach nur, es gefällt.
00:17:23: So, das heißt ihr macht... Piacere.
00:17:26: Piacere.
00:17:28: Piacere.
00:17:29: So drei, vier Mal hintereinander und ihr werdet merken, irgendwann kriegt man Lust und findet es schön und ist einfach so, hey.
00:17:37: Und das, was macht es, es macht Spaß und es öffnet's Herz.
00:17:40: That's it.
00:17:41: Sehr schön.
00:17:42: Das ist Nummer eins.
00:17:43: Halt, ihr habt noch zwei.
00:17:45: Nummer zwei.
00:17:47: Um so ein bisschen Emotionalität zu üben, nehmt euch mal irgend einen Satz.
00:17:53: Was weiß ich wie?
00:17:54: Ich gehe jetzt in den Supermarkt.
00:17:56: Zum Beispiel sowas.
00:17:58: Und jetzt sprecht ihr den in verschiedenen Stimmungen.
00:18:01: Ich gehe jetzt in den Supermarkt.
00:18:03: Das war jetzt angepisst.
00:18:05: Das muss ich auch nur einkaufen gehen.
00:18:08: Und dann das nächste Mal vielleicht.
00:18:09: Hey, ich gehe jetzt in den Supermarkt.
00:18:11: Yay, einkaufen.
00:18:14: Oder ich gehe jetzt in den Supermarkt.
00:18:19: Und das spielt ja einfach mal durch.
00:18:20: Irgendso ein Satz und in allen möglichen Varianten.
00:18:24: Ihr könnt auch so nach dem Motto Kreuz füllen.
00:18:26: Ich gehe jetzt in den Supermarkt.
00:18:28: Ich finde es schon witzig, allein beim Anhören, allein mir vorzustellen, wenn ich da sitze oder da stehe und sage, ich gehe jetzt in den Supermarkt.
00:18:37: Pass auf, mach doch mal Erotik Talk.
00:18:39: Du gehst jetzt in den Supermarkt, mach mal.
00:18:41: Oh Gott.
00:18:42: Okay, warte.
00:18:44: Ich bin ganz schlecht in sowas.
00:18:45: Aber ja, ich gehe jetzt in den Supermarkt.
00:18:50: Ja, genau.
00:18:52: Und siehst du, und das ist genau das, das in die Farbe tut.
00:18:57: Du kannst auch sagen, Düsse, ich gehe jetzt in den Supermarkt.
00:19:07: Also wirklich spielt damit, weil das ist der Anfang von diesem emotionalen Sprechen.
00:19:14: Emotionales Sprechen bedeutet immer, dass sie anfangen zu spielen.
00:19:19: Und viele Menschen trauen sich nicht zu spielen und denken so, oh Gott,
00:19:23: oh Gott.
00:19:24: Also ich weiß, ich hatte eine Kollegin, das war eine Kino-Speakerin, die kam zu mir und sagte auch so, du, die Leute kommen zu mir und sagen, Inhalt, Spitze, aber die Präsentation.
00:19:37: Und andauernd bekamen sie dieses Feedback.
00:19:39: Und irgendwann hat sie gesagt, jetzt habe ich aber die Schnauze, voll ich will es ändern.
00:19:43: Und dann sind wir natürlich erstmal so technisch dran und so weiter.
00:19:47: Und dann kamen wir eben auch genau an diesen emotionalen Punkt.
00:19:50: Und sie war halt immer ein bisschen so.
00:19:52: Also, ja.
00:19:53: Und dann, ja.
00:19:54: Und dann war das so.
00:19:55: Also eher so ein bisschen militärisch.
00:19:58: Und dann habe ich gesagt, jetzt machst du doch mal in der Form.
00:20:01: Und dann merkte ich so, dass es wurde immer unwohler.
00:20:06: Und da habe ich gesagt, erlaubt ihr doch mal zu spielen.
00:20:12: Guckte die mich an wie ein Auto.
00:20:15: Spielen.
00:20:16: In was von dem Coating bin ich hier gelandet.
00:20:18: Genau.
00:20:19: Und dann habe ich gesagt, ja, Entschuldigung, wann hast du das letzte Mal gespielt?
00:20:23: Du sagst, kannst du dich nicht erinnern.
00:20:26: Ich sag dann, dann wird es aber mal Zeit.
00:20:29: Nee, weil Emotionalität ist spielen.
00:20:32: Emotionalität ist ausprobieren.
00:20:35: So wie wir manchmal mal Lust haben, was auszuprobieren, provokant zu sein.
00:20:41: Manchmal kommt mein Kind an und sagt zu mir so... Du Mama kümmert das mal und ich sag, nee.
00:20:46: Und sie so, was?
00:20:48: Und ich hab einfach Spaß gemacht.
00:20:50: Ich wollte einfach nur mal testen, wie die Reaktion ist.
00:20:52: Ich hab natürlich, dann nachher sag ich ja oder was auch immer, aber einfach erst mal so dieses, jetzt bügel ich sie erst mal ab und mal gucken, was passiert.
00:20:59: Und dann so, was?
00:21:01: Dann lass du und sagst, hey, hab dich grad verarscht.
00:21:04: Geil, das macht so Spaß.
00:21:06: Oder ich weiß, ich hatte einen Kollegen im Studium.
00:21:10: Das war ein super netter Kerl.
00:21:12: Aber er konnte es nicht ertragen, wenn man ihn lange anguckt.
00:21:16: Und ich habe mir manchmal Spaß gemacht und habe ihn einfach nur angeguckt.
00:21:20: Und irgendwie nach ein paar Sekunden fing der so an, zippelte so an seinem Körper herum so, Gott, habe ich irgendwie Hemd auf.
00:21:30: Und er so, ich guck dich nur an.
00:21:37: Du blöde Kuh.
00:21:39: Ich könnte gar nicht mehr tragen.
00:21:40: Krass, ja.
00:21:41: Nee, der
00:21:42: hat immer gedacht, es ist irgendwas.
00:21:43: Nein, das war nie was.
00:21:44: Ich hab einfach nur... Es war so lustig zu sehen, wie er dann wie so ein Huhn auf einmal so... Das war mir einfach
00:21:52: nett.
00:21:53: Und deswegen erlaubt euch zu spielen.
00:21:56: Und dann macht, wenn ihr das so ein bisschen mal durchgespielt habt und seid auch mal echt blöd.
00:22:02: Ihr könnt es auch mal als Zicke machen.
00:22:04: Ich geh jetzt in den Supermarkt.
00:22:07: Irgendwas, was ihr eigentlich nie seid.
00:22:10: Oder ihr kennt irgendein Kollegen und sagt, jetzt mache ich es mal wie der Kollege.
00:22:13: Erstens werdet ihr selber lachen und sagen ihr, das macht ja Spaß.
00:22:17: Und was ihr dann aber macht und das ist wieder diese Anbindung, wenn ihr dann so ein bisschen gespielt und durchgelockert habt, dann wieder diese Anbindung ans Herz und wirklich sich selber fragen und dann reinfühlen, wie empfindet ihr den Satz jetzt?
00:22:31: Das kann auch traurig sein.
00:22:33: Das kann lustig sein.
00:22:34: Das kann auch sein, hey.
00:22:36: Ich gehe jetzt in den Supermarkt.
00:22:38: Und dann kaufe ich mir mein bestes Eis.
00:22:42: Ja, also ich brauche mir
00:22:43: alle Süßigkeiten, die ich als Kind kaufen wollte und nie bekommen habe und esse alle auf einmal.
00:22:49: Genau das.
00:22:50: Fangt an, damit ein bisschen zu spielen.
00:22:53: Gerade wenn er euch schwer tut, dann erst recht.
00:22:57: Weil, dass ihr ins Schneckenhaus euch zurückzieht, das geht schnell.
00:23:01: Aber... Traut euch zu spielen, weil tatsächlich Emotionalität, Ausdruck ist viel spielen.
00:23:07: Das ist es.
00:23:09: Wahnsinn.
00:23:10: Ja, ich glaube, das sind richtig coole Tipps, die du heute mitgegeben hast.
00:23:13: Und ich bin mal gespannt, ob unsere Zuhörer diese Tipps auch umsetzen.
00:23:18: Und wenn ihr das macht, dann schreibt uns doch mal wirklich bitte gerade bei dieser Übung, ob ihr das gemacht habt und wie das bei euch funktioniert habt und ob ihr vielleicht auch gelacht habt oder was eure Erkenntnisse waren.
00:23:30: Da freue ich mich auf jeden Fall drauf, wenn wir da ein bisschen Rückmeldung kriegen, weil ich glaube, das ist ein richtig gutes Thema.
00:23:36: Ja, also bitte, da bitte ich euch darum gerne auch, wenn ihr irgendwas Lustiges habt und sagt, das war jetzt richtig blöd oder richtig lustig, schickt es mir gerne.
00:23:45: Ich lache auch immer gerne und freue mich, wenn es einfach vorangeht.
00:23:48: Das ist cool.
00:23:49: Wenn wir jetzt hier gerade einen Zuhörer haben, der sagt, oh ja, das ist genau mein Thema.
00:23:54: Ich habe auch immer Probleme damit gehabt.
00:23:58: Wie erreich ich dich denn?
00:23:59: Wie kann ich denn Hilfe von dir bekommen?
00:24:01: Am einfachsten ist es wirklich, schreibt mir eine E-Mail.
00:24:04: Ja, schreibt mir eine E-Mail oder geht auf meine Internetseite www.webke-hus.de.
00:24:11: Und da könnt ihr dann über das Kontaktformular, kriegt ihr dann auch sogar eine Buchungsseite, da könnt ihr euch dann einen Termin buchen.
00:24:18: Aber am besten ist immer schnelle E-Mail und sagen, Wiebke, pass auf folgendes Problem, das und das und das.
00:24:23: Können wir mal reden und dann machen wir einen Termin aus.
00:24:26: Und damit es noch schneller geht, verlinken wir natürlich auch alles hier in der Infobox und auch in den Show Notes, dass ihr mit einem Klick auf die Website kommt und direkt mit Wiebke in Kontakt treten könnt.
00:24:36: Wiebke, herzlichen Dank für deine ganzen Tipps heute.
00:24:39: Bitte, bitte.
00:24:40: Und nächste Mal haben wir wieder coole Sachen dabei.
00:24:43: Hört wieder rein.
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